Mit der Sonne im Gepäck nach Schweden

Eine weitere Woche ist vergangen, sodass es mal wieder Zeit ist, zu erzählen, was wir erlebt haben. Der letzte Beitrag endete mit unserem Plan nach Klitmøller zu fahren und so machten wir uns am nächsten Tag auf den Weg. Viel Hoffnung auf Wellenreiten machten wir uns aber aufgrund von Vorhersagen nicht. Dennoch wollten wir gerne Dänemarks „Cold Hawaii“ sehen. Kalt war es in der Tat, aber auch sonnig und so tummelten sich dort auch viele Wind- und Kitesurfer, die die Brise zu ihren Gunsten nutzen konnten. An Wellenreiten war aber nicht zu denken, es sei denn wir hätten ein Longboard dabei gehabt (steht seitdem auf unserer Liste an Dingen, die irgendwie auch noch mitmüssen). Wir beschlossen den Kopf nicht hängen zu lassen und genossen die Surfer-Atmosphäre. Viele waren auch aus Deutschland und mit Camper angereist und so entwickelten sich einige Gespräche, in denen wir erfuhren, dass die meisten auf einem Campingplatz in der Nähe übernachten würden. Die Aussicht auf eine Dusche und die Möglichkeit Abwasser loszuwerden und Frischwasser zu bekommen brachte uns dazu, zum ersten Mal einen Campingplatz zu beanspruchen. Es gab sogar ein Surfercamp, das günstigere Konditionen hatte. Am nächsten Tag wollten wir nochmal den Surfspot checken, doch auch diesmal war der Wellengott nicht auf unserer Seite. Unverrichteter Dinge zogen wir weiter. Wir suchten uns einen schönen Stellplatz umgeben von Feldern und Wald und genossen es, keinen Zeitdruck zu haben. Dominik beschloss in der naturnahen Umgebung (in der Hunde leider nicht erlaubt waren) eine kleine Kameratour zu machen. Nach einiger Zeit kam er völlig aufgeregt wieder. Nachdem er mehrfach murmelte, dass das Foto hoffentlich zu retten sei und sich sofort an den Laptop setzte, um es zu bearbeiten, erklärte er endlich, dass er auf eine Eule gestoßen sei, die knapp über seinem Kopf hinwegflog und auf einem Baum landete. Leider war sie nur für ein Foto sitzen geblieben, dass zu dunkel geworden war. Dank seines Bildbearbeitungsprogrammes konnte er es aber noch aufhellen.

Am nächsten Tag fuhren wir zu einem langgezogenem befahrbaren Strand in der Nähe von Hirtshals ganz im Norden von Dänemark. Bei einer lauen Brise und Sonnenschein machten wir es uns dort gemütlich. Das nächste Auto stand etwa 200m entfernt und so hatten wir unsere Ruhe. Abends wunderten wir uns über Rauchsäulen entlang der Küste, um dann festzustellen, dass es in Dänemark Brauch ist, am 23. Juni an den Stränden Feuer zu entfachen auf deren Spitzen Strohhexen stehen. Sie sollen Hexen und Geister vertreiben, die um die Sommersonnenwende besonders aktiv sein sollen. Sehr unverhofft kamen wir also dazu, diesen Brauch mitzuerleben, der uns an die Biikefeuer in Deutschland erinnerte. Mit einem sehr schönen Sonnenuntergang endete der Tag.

Auf Empfehlung einer anderen Deutschen, die mit ihrem Hund und Camper auch in der Gegend unterwegs war und wir am Strand getroffen hatten, fuhren wir in ein nahegelgenes Waldgebiet, in dem es auch einen Hundewald geben sollte. Vormittags hatten wir am Strand schon ein wenig in der Sonne gefaulenzt und so war mal wieder Zeit für ein bisschen Aktivität. Wir schnappten uns den Hund und zum Glück auch die Kamera, denn nachdem Bunji ausgiebig den Hundewald erkundete, trafen wir auf dem Rückweg auf ein Reh, das wenige Meter von uns entfernt durch den Wald zog.

Bunji hatte im Hundewald seinen Spaß.

Mit einem Ausflug nach Skagen wollten wir unseren Dänemarkaufenthalt abschließen. Mit hunderten Touristen marschierten wir am Strand dieser Landzunge entlang bis zur Spitze. Dort treffen die Nordsee (Skagerrag) und Ostsee (Kattegat) aufeinander, vermischen sich jedoch nicht. Es ist ein Ort, der einen Besuch auf jeden Fall wert ist, falls man mal in der Gegend sein sollte.

Mit diesem Eindruck machten wir uns auf den Weg nach Frederikshavn. Wir wollten abends mit der Fähre noch nach Göteborg fahren. Alles klappte reibungslos und am späten Abend rollten unsere Reifen auf schwedisches Festland. Nun waren wir endlich in einem Land, in dem wir beide (bzw. alle drei) vorher noch nicht gewesen sind. Wir fanden einen Stellplatz in der Nähe von Göteborg, der an einem See mitten in der Natur liegt. Allerdings stand in unserer App nichts von der doch sehr steilen Anfahrt, die unserem Bus einiges an Motorkraft und uns einiges an Nerven abverlangte.

Gut erholt wachten wir am nächsten Tag auf und der erste Eindruck von Schweden am Vorabend verstärkte sich. Was für ein wunderschönes Land, fanden wir, obwohl wir ja noch nicht sehr viel gesehen hatten. Den Tag verbrachten wir an dem See mit lesen, fotografieren, baden und joggen. Doch auf ein Ereignis hatten wir uns bis dahin schon die ganze Zeit gefreut und nun war der richtige Ort dafür gefunden: unser Kanu hatte seine Jungfernfahrt. Frohen Mutes stiegen wir alle ein, doch Bunji wurde recht schnell skeptisch und so beließen wir es erstmal bei einer kurzen Tour. Dominik zog daraufhin nochmal alleine und mit Kamera im Gepäck los und kam freudestrahlend wieder. Das Kanu war eine gute Investition und wird definitiv noch oft in Gebrauch sein!

Auch wenn der Platz toll gelegen war, wollten wir mehr von Schweden sehen und so zogen wir am heutigen Tag weiter. Fast den ganzen Tag verbrachten wir auf der Straße, kamen aber aus dem Staunen nicht mehr heraus, da die Natur sehr abwechslungsreich ist und hinter jeder Kurve etwas neues wartet. Auch die vielen, typisch schwedischen Holzhäuser haben es uns angetan. Nun stehen wir in der Nähe von Lidköping auf dem Gelände eines Industriemuseums direkt am Vänern und ohne die anderen Wohnmobile könnte man meinen, man sei in Bullerbü. Jetzt sind wir gespannt auf die Gegend, die einige Naturerlebnisse parat haben soll.

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