Von See zu See

Diese Woche haben wir uns von Schweden verzaubern lassen. Dieses Land hat so viel zu bieten und lässt uns jeden Tag aufs Neue staunen. Am Freitag besuchten wir zwei geografische Sehenswürdigkeiten am Vänern. Als erstes interessierte uns Götenes „mini Grand Canyon“, ein Steinbruch mit hohen Felswänden und einem See. Aufgrund der Beschreibung hatten wir vermutlich zu hohe Erwartungen, die nicht ganz erfüllt worden. Es ist dennoch ein schöner Spaziergang um den See gewesen, bei dem wir sogar eine Ringelnatter entdeckten (die aber leider zu flink für ein Foto gewesen ist). Weitaus schöner war dann der Silverfallet, ein Wasserfall in einem Waldgebiet, der sich über mehrere Kaskaden 60m in die Tiefe stürzt.††

Götenes „mini Grand Canyon“
Siverfallet

An diesem Tag hatten wir dann auch zum ersten Mal das Problem, nicht auf anhieb einen schönen Stellplatz zu finden, auf der kleinen Insel Fågelö wurden wir dann aber doch mit einem schönen Platz mit Blick aufs Wasser belohnt. Als wir am nächsten Tag die Brücke zum Festland querten, hörten wir plötzlich komische Geräusche unseres Busses. Wir hielten auf dem nächsten Parkplatz mit einem mulmigen Gefühl an. Hat der Keilriemen aufgegeben? Gibt es ein Problem mit dem Motor? Auf anhieb konnten wir als Laien nichts erkennen und riefen den ADAC. Als kurz darauf ein Mechaniker kam,war schnell klar, was dieses Geräusch verursacht hatte: Wir hatten vergessen, den linken vorderen Reifen nochmal festzuziehen, nachdem wir das Ersatzteil eingebaut hatten. Glück im Unglück für uns, denn der Reifen hatte sich nicht ganz gelöst. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn wir ihn verloren hätten. Nach dieser Zwangspause fuhren wir zu unserem Tagesziel: dem Tivedens Nationalpark, der uns von anderen Touristen empfohlen wurde. Wir suchten uns eine der angegebenen Wanderrouten aus und kletterten über Stock und Stein durch die Natur.

Wandern im Nationalpark
Mittagspause am See

Inzwischen fast schon routinemäßig suchten wir uns für die Nacht wieder einen Stellplatz an einem See, an dem wir auf Carmen und Georges trafen. Mit den beiden Schweizern kamen wir ins Gespräch und verbrachten einen angenehmen Abend in Gesellschaft. Nachdem wir nun einige Tage zwischen Vänern und Vättern verbracht hatten, zogen wir am nächsten Tag ein ganzen Stück weiter in den Norden. Dort fanden wir auch den bisher einsamsten und schönsten Übernachtungsplatz. Mitten in einem Waldgebiet, natürlich an einem See gelegen, schlugen wir unser Lager auf. Hier gab es auch eine kleine Hütte mit Feuerstelle. Entspannt ließen wir den Abend mit ein paar Würstchen auf dem Grill ausklingen.

Auch am folgenden Tag legten wir wieder eine weitere Strecke zurück und konnten unterwegs bei einem Angelbedarf auch noch Dominiks Wunsch nach einer Ausrüstung erfüllen. Nachdem wir am Vortag so viel Glück mit unserem Stellplatz hatten, konnte der nächste dem natürlich nicht das Wasser reichen. Apropos Wasser: Das gab’s auch und zwar von oben. Und damit nicht genug, an dem Platz schienen sich auch sämtliche Mücken Schwedens zu tummeln. Trotz Mückenjagd im Bus wachten wir am nächsten Morgen gerädert und zerstochen auf. Dominik hatte es ganz übel getroffen, denn er hatte einen Stich direkt überm Auge, sodass er nichts mehr sehen konnte und aussah, als hätte er einen Boxkampf hinter sich. Schnell verließen wir diesen Ort des Grauens und fuhren Richtung Küste. Während solcher längeren Fahrten durch zum Teil unberührte Natur, hoffen wir natürlich immer darauf, einen Elch in freier Wildbahn zu sehen. Dieses Glück hatten wir bisher leider noch nicht. Allerdings sahen wir bei dieser Fahrt einige Male Kraniche auf frisch gemähten Feldern, was auch nicht schlecht war. Die Nacht verbrachten wir auf einem kleinen, aber sehr netten Campingplatz ohne Mücken. Landschaftlich wurde es nun trotz Küste immer bergiger, aber wir hatten ja auch das Ziel der Höga Kusten (übersetzt: Hohe Küste). Am nächsten Tag kamen wir dort an und wurden landschaftlich wieder belohnt. Berge, Wald und Wasser bilden eine unvergleichliche Harmonie. Und es wird langsam merklich kälter und die Tage werden länger. Auch um ein Uhr nachts ist es noch dämmrig und hell draußen. Das Wetter lässt uns zum Glück auch nicht mehr im Stich. Die Sonne scheint und verwöhnt uns. Am Wochenende sind wir dann hier in der Umgebung bei einem Bulli-Festival, auf das wir sehr gespannt sind. So ergab es sich auch, dass wir ein deutsches Paar auf einem Rastplatz trafen und direkt mit der Frage, ob wir auch zum Bulli-Festival wollten, begrüßt wurden. So entwickelte sich ein Gespräch und wir stellten uns auf den gleichen Stellplatz für den Abend, gingen zusammen geocachen und machten abends ein gemütliches Lagerfeuer. Die Nächte werden leider immer kälter, sodass wir sogar schon unsere Standheizung anmachen mussten. Dieser Eintrag kommt leider etwas verspätet, da wir an unserem Standort tatsächlich mal keinen Empfang hatten. Nun stehen wir schon auf dem Campingplatz bei dem Busfest und bestaunen die ganzen Bullis. Ein LT ist tatsächlich aber noch nicht dabei.

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