Oh, du schönes Dänemark

Wir sind unterwegs! Am Sonntag startete unsere Tour durch Skandinavien. Angefangen mit Dänemark. Wir fuhren direkt nach Odense auf der Insel Fyn, um Jenny, eine Freundin von Mareike, zu besuchen, die dort studiert. Nach einer längeren Fahrt verbrachten wir einen schönen Abend mit Spaghetti und Wein bei ihr und waren erstaunt, dass es im Vergleich zu Hamburg doch recht lange hell blieb.

Nach einer erholsamen Nacht fuhren wir zum Frühstücken auf die kleine Halbinsel Stige ø. Gestärkt starteten wir einen Spaziergang über die nördliche Spitze, die von Ponys bewohnt ist. Was für ein Erlebnis für Bunji. Nachdem die Ponys nicht zurückbellten und auch nicht spielen wollten, aber dennoch neugierig waren, setzten wir unseren Spaziergang fort.

Mareike und Bunji freuen sich über die Ponys.

Nachmittags verabredeten wir uns zum Beachvolleyball-Spielen mit Jenny und einigen Kommilitonen von ihr. Auf dem Hafengelände von Odense befindet sich ein großes, kostenloses Freizeitareal mit allerlei Aktivitäten. Vom Freibad im Hafenbecken über Parcours-Anlagen zu Beachvolleyballfeldern kann man hier zahlreiche Dinge machen. Wir spielten einige Runden bis wir kaputt waren und der Hunger überhand nahm. Spontan beschlossen wir zu grillen. Schnell war alles organisiert und immer mehr Leute kamen dazu. Mit einem schönen Sonnenuntergang endete der erste Tag unserer Reise, der nicht besser hätte sein können.

Bei bestem Wetter grillten wir am Hafen von Odense.

Am nächsten Tag fuhren wir über Sjæland nach Møn zum Møns Klint, eine Steilküste aus Kalk, die als Sehenswert angepriesen wurde. Wir sind nicht enttäuscht worden, denn uns bot sich eine atemberaubende Kulisse: über 100m hohe Kalksteinwände, die fast nahtlos ins Meer übergingen. Nach etlichen Treppenstufen erreichten wir den Fuß der Klippe, wobei Bunji die meiste Zeit von Mareike getragen wurde, während Dominik munter Fotos machte.

Mit dem Hund auf dem Arm steigt es sich noch besser ab!

Unten angekommen waren wir schon ziemlich geschafft und gingen gemächlich am Wasser entlang. Nach etwa einem Kilometer kam dann der Endgegner: die Treppe. Wir mussten natürlich wieder den ganzen Weg hinauf. Während Bunji leichtfüßig vorweg lief, schleppten wir uns schnaufend die Stufen hoch. Oben angekommen wurden wir aber durch einige tolle Aussichtspunkte auf das Kliff entlang der Kante belohnt.

Die weißen Kalksteinfelsen von Møns Klint.

Den Abend und die Nacht verbrachten wir an dem bisher schönsten Stellplatz. Direkt am Meer gelegen zwischen Feldern fanden wir einen kleinen Platz, auf dem wir unsere Ruhe hatten und morgens direkt ins Meer springen konnten. Das war die Freiheit, die wir uns erträumt hatten!

Gut erholt und frisch gebadet fuhren wir wieder nach Odense, um Mathias, einen ehemaligen Kollegen von Dominik, zu besuchen. Wieder verbrachten wir einen tollen Abend in bester Gesellschaft. Heute morgen konnten wir Jenny dann noch zu ihrem guten Masterabschluss gratulieren. Nun geht es für uns erstmal Richtung Klitmøller an die Nordsee, um eventuell ein bisschen surfen zu können. Alles in allem hätten wir uns unsere ersten Tage nicht besser ausmalen können!

Pläne schmieden

Wir sind wieder einige Schritte weitergekommen. Nach arbeitsreichen Tagen in der Werkstatt haben wir die TÜV-Prüfung bestanden. Jetzt kann es ja losgehen, mag man denken, aber bei unserem Glück konnte das ja nichts werden. Wir warten auf ein kleines, dennoch wichtiges Ersatzteil und natürlich dauert das wieder… In Geduld üben ist zum Glück eine unserer Stärken geworden und auf die paar Tage kommt es jetzt auch nicht mehr an, auch wenn wir an dieser Stelle gerne verkünden würden, dass wir es endlich „on the road“ geschafft haben.

Wo sind wir dann aber zu finden, wenn wir es endlich geschafft haben, loszukommen? Skandinavien ist unser erstes Ziel. Über Dänemark, Schweden und Norwegen geht es Richtung Nordkap und dann östlich der Ostsee über Finnland und dem Baltikum wieder nach Deutschland. Für diese Tour nehmen wir uns Zeit bis Ende August. Die Blog-Beiträge dazu werden dann hoffentlich spannender, als das was bisher erschienen ist. Wir freuen uns schon sehr darauf die so viel gepriesene Landschaft zu entdecken und die Seele baumeln zu lassen. Über Geheimtipps sind wir jederzeit dankbar, denn konkretere Pläne haben wir noch nicht.

Jetzt genießen wir noch einige Tage den Luxus häuslichen Komforts wie Dusche, Wäsche waschen, Backofen, etc. und drücken die Daumen, dass die Lieferung des Ersatzteils nicht allzu lange braucht.

Es geht los!

Unser Projekt steht nun in den Startlöchern. Endlich! Nach langer Planungs- und Umsetzungszeit können wir stolz verkünden: Es geht los!

Doch was ist bis zum heutigen Zeitpunkt denn schon alles passiert? Die Achterbahnfahrt begann auf Sylt, wo aus einem lang gehegtem Traum mit der Zeit ein konkreter Wunsch und dann eine gemeinsame Planung wurde. Grob sah der Plan so aus: Transporter kaufen – selber zum Wohnmobil ausbauen – dahin fahren, wo es sonnig ist und man surfen kann. So weit so gut. Ein mobiles Zuhause war auch schnell gefunden, ein VW LT 28 sollte es sein. Ein Charaktergefährt, das uns noch das eine oder andere Mal die Hände auf den Kopf schlagen lassen soll. Die zweimonatige Probetour auf die Kanaren mit dem alten Ausbau zeigte uns aber, dass diese Art des Reisens genau das ist, was uns gefällt und dass wir auch mit Rückschlägen zurechtkommen.

Wir erkannten, was uns bei einem Selbstausbau wichtig ist und wo Potenzial nicht ausgeschöpft wurde. Zurück auf Sylt blieb während der harten Saisonarbeit wenig Zeit für unseren Bus, doch irgendwie schafften wir es, ihn zu entkernen und zu unserem Karosseriemeister des Vertrauens nach Elmshorn zu bringen, um die eine oder andere Roststelle zu beheben. Derweil wurden die Abende in unserer Wohnung nach Feierabend immer länger, wir diskutierten, verwarfen und konstruierten bis wir endlich eine Grundaufteilung unseres zukünftigen Heims hatten. Ende Oktober kam unser LT dann wieder nach Hause und wir begannen mit den Vorbereitungen für den Ausbau. Bis zum Ende des Jahres wollten wir noch arbeiten, dann bei Mareikes Eltern in Elmshorn den Ausbau zu Ende bringen und so schnell wie möglich los. Freunde von uns verbrachten den Winter in Marokko und wir wollten zeitnah dazustoßen. Pustekuchen! Ein Grund für die Verzögerungen war die Erweiterung unserer Reisegruppe um einen Hund: Bunji

Nach wochenlangem Warten nahmen wir ihn mit elf Wochen direkt auf dem Weg nach Elmshorn mit und so begleitet er uns nun schon seit Januar bei unserem Projekt. Der andere Grund war schlichtweg unsere Naivität. Merke: einen Camper auszubauen dauert länger als man sich vorstellt! Aber wir können ja mit Rückschlägen umgehen. Der Winter ging, der Frühling kam und die Freunde kamen auf dem Weg von Marokko nach Hause bei uns vorbei und brachten viele Geschichten mit. Wir schluckten unseren Neid runter – nächsten Winter geht es auf jeden Fall für uns nach Nordafrika! Aufgrund der steigenden Temperaturen und des Altern des Hundes konnten wir aber mittlerweile zu zweit am Bus arbeiten und es ging gut voran. Mitte April starteten wir dann eine Abschiedstour auf Sylt, fuhren dann nach NRW bis wir Mitte Mai wieder im Norden landeten. Nun steht nur noch der TÜV auf unserer Agenda, dann kann es losgehen.