On the road again!

Wir sind endlich wieder unterwegs! Am 26.10. ging für uns die Reise weiter. Wir machten noch ein paar Besorgungen und packten so viel Hundefutter ein, wie wir nur konnten und los ging es. Wir peilten den Atlantik an und wollten bis zur Straße von Gibralta an der Küste entlang fahren. Die erste Etappe endete aber noch nicht wie geplant in Oostende (Belgien) am Meer, sondern in der Nähe von Brüssel am hiesigen Aboretum, ein riesiges Waldstück mit Bäumen aus aller Welt. Es war ein wenig regnerisch, aber meist trocken und so konnten wir nach unserer ersten Nacht einen schönen Spaziergang machen.

Die Fahrt ging dann weiter und wir kamen bis Dunquerque in Frankreich. Dort konnten wir auf einem Parkplatz direkt am Strand stehen und die Sonne genießen, die an diesem Sonntag schien. Da so gutes Wetter war tummelten sich etliche Spaziergänger, Hundehalter, Strandsegler und Reiter auf dem großen, ausladenden Strand und auch wir gesellten uns mit Bunji dazu. Abends kamen wir noch mit unseren Stellplatz-Nachbarn Anna und Pascal aus Deutschland ins Gespräch, die wir kurzum in unseren Bus einluden, was sie mit ihrem noch nicht fertig ausgebautem Bus und der fehlenden Isolierung und Heizung dankbar annahmen. Morgens war der Strand nicht mehr so frequentiert, sodass wir nochmal einen ausgedehnten Spaziergang unternahmen. Beeindruckenend fanden wir auch die vielen Bunker, die noch aus sämtlichen Kriegen dort vorhanden und zu sehen waren.

Danach fuhren wir weiter und das Wetter verschlechterte sich zusehends. Die Landschaft Frankreichs war zwar sehr schön, aber besseres Wetter hätten wir uns trotzdem gewünscht. Die Nacht verbrachten wir in einem abgelegenen Waldstück östlich von Le Havre, in dem wir dann routiniert am Morgen einen schönen und zum Glück trockenen Spaziergang machten. Bei unserer Weiterfahrt wurde die Landschaft immer schöner und der Regen immer mehr. Unsere Batterien könnten mittlerweile ein wenig Sonnenschein gut vertragen. Einen Stellplatz für die Nacht fanden wir an der Mayenne (Fluss) bei Mayenne (Stadt), der sehr schön war. Nach unserem üblichen morgendlichen Spaziergang fuhren wir weiter. Inzwischen wünschten wir uns sehnlichst besseres Wetter, denn nicht nur unser Strom ging zur Neige sondern auch der Vorrat an trockenen Handtüchern, um Bunji nach jedem Spaziergang abzutrocknen, denn auch wenn es nicht regnete, so war der Boden und damit auch der Hund immer nass. Nachdem wir den Zipfel der Bretagne nicht an der Küste, sondern landeinwärts gequert hatten, erreichten wir an diesem Tag wieder das Meer in der Nähe von Nantes. Entgegen aller Hoffnungen wurde es immer ungemütlicher und wir konnten unseren Stellplatz hinterm Deich nicht wirklich genießen. Der Wind bließ stark und der Boden war schlammig. So schlammig, dass wir am nächsten Morgen nur mit Müh und Not von der Stelle kamen und uns fast festfuhren. Auch ließen wir unseren allmorgendlichen Spaziergang ausfallen und suchten uns dafür einen wunderschönen Strand etwas weiter auf unserer Route. Im Sommer sicher eine Touristenhochburg (Campingplätze und Feriensiedlungen dicht an dicht) war der Strand nun wenig bevölkert und die Sonne ließ sich auch kurz blicken. An diesem Tag kamen wir bis kurz hinter La Rochelle und stellten uns an einen Fluss mit Feuchtwiesen und Kanälen. Hier konnten wir zahlreiche Vögel (von Kuhreihern bis Schwänen), aber auch einige Jäger beobachten. Auf welche Art von Tieren die Jäger aus waren, konnten wir aus der Ferne nicht erkennen, aber ein niederländisches Pärchen, das sich für die Nacht den gleichen Stellplatz gesucht hatte und mit deren Hund Bunji sich ausgesprochen gut verstand, vermuteten, dass sie vielleicht auf Schwäne zielten (in den Niederlanden jagte man die zumindest). Am nächsten Tag war meterologisch immer noch keine Besserung in Sicht und unsere Laune sank nun zusehends. Wir fuhren missmutiger durch Frankreich und auch der gleichbleibende Wetterbericht entmutigte uns. Die Nacht verbrachten wir kurz vor Bordeaux an einem Angelsee, den wir am nächsten morgen umrundeten und dann weiterfuhren. Wir legten inzwischen viele Kilometer am Tag zurück in der Hoffnung, südlicher würde das Wetter besser werden, aber all unsere Mühen waren vergebens. Trotz Wind und Regen wollten wir uns nun aber noch die Dune du Pilat bei Arcachon anschauen, die uns empfohlen wurde und uns auch nicht enttäuschte. Zwar war der Aufstieg durch den Sand mühsam und der Wind oben unerbitterlich, aber die Aussicht war atemberaubend.

Bei Mimizan verbrachten wir die Nacht und hatten zufälliger Weise einen Parkplatz direkt an einem botanischen Garten auf einer kleinen Insel gewählt. Trotz des Herbstes blühten hier immer noch zahlreiche Pflanzen und entschädigten uns für das Wetter. In der Nacht brauste der Sturm nochmal auf und es schüttete fast ununterbrochen. Am nächsten Morgen konnten wir zahlreiche abgeknickte Bäume sehen und bei unserer Weiterfahrt mussten wir in Schlangenlinien Ästen ausweichen, die auf die Straßen gefallen waren. Das gab uns den Rest. Wir beschlossen unsere Tour am Atlantik abzubrechen und dann lieber südlich der Pyrenäen zum Mittelmeer zu fahren. Dort war die Wettervorhersage besser und wir können dann von Südspanien aus mit Freunden Richtung Algarve aufbrechen und so noch ein wenig Atlantik nachholen. (Hoffentlich hat sich das stürmische Wetter bis dahin verzogen!) Nach dieser Planänderung schafften wir es noch bis kurz vor Pamplona in Spanien und fanden einen Stellplatz mit steiler Anfahrt, aber herrlicher Aussicht auf einem Berg. Nun konnten wir auch endlich wieder einen schönen morgendlichen Spaziergang machen und einige Geier in den Lüften beoabachten.

Das Wetter ist schöner und die Sonne zeigt sich nun häufiger. Wir fuhren weiter bis kurz hinter Saragossa an den Ebro (Fluss). Mehr als die Hälfte der Strecke bis zum Mittelmeer war nun geschafft und wir brauchten keine Regenjacken mehr.

Am nächsten Morgen weckte uns der Sonnenschein und unsere Laune stieg gewaltig an. Heute würden wir das Mittelmeer erreichen, dachten wir. Und so kam es auch. Wir fuhren bei herrlichstem Wetter los und am strahlend blauen Himmel entdeckten wir unzählige Vögel, Greifvögel. Wir fuhren näher heran, Dominik packte seine Kamera aus und ging auf die Jagd. Tatsächlich waren es zig Geier (bestimmt an die hundert), die über der hügeligen Landschaft kreisten und es kamen mit der Zeit immer mehr hinzu. Was für ein Spektakel und was für beeindruckend große Vögel, die teilweise nur meterweit entfernt über uns hinwegflogen.

Nach dem kurzen Zwischenstopp war das Meer nicht mehr weit. Wir wollten uns nun einen Campingplatz gönnen, um uns ein wenig zu erholen und nach über einer Woche mal wieder zu duschen (auch wenn der Himmel uns regelmäßig mit Wasser beglückte). Nun stehen wir hier am zweiten Tag und genießen Sonne, Meer und Temperaturen, die man fast schon als sommerlich bezeichnen kann, auch wenn es immer noch sehr windig ist. Unsere Batterien sind auch wieder voll geladen und wir freuen uns jetzt auf die Tour am Mittelmeer lang, bis wir dann in etwa zwei Wochen Freunde aus Deutschland treffen werden, um gemeinsam zu reisen.

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