Zurück nach Deutschland

Wir haben lange nichts von uns hören lassen und dafür möchten wir uns zunächst einmal entschuldigen. Eine akzeptable Ausrede dafür haben wir nicht, wir waren schlichtweg in Deutschland und haben „nur“ alltägliches erlebt. Es fehlt aber noch der Rest der Skandinavien-Tour, bzw. der Rückweg übers Baltikum nach Polen und Deutschland, der schon längst vorbereitet in einer Schublade lag, aber durch Prokrastination dort liegen gelassen wurde. Das wollen wir natürlich jetzt nachholen und bemühen uns, einen tollen Abschluss für unser Nordeuropa-Abenteuer zu finden, ehe es dann in den nächsten Tagen in den Süden geht.

Wir spulen ein wenig zurück und landen in unserer Vergangenheit und befinden uns gedanklich wieder in Lettland gegen Mitte/Ende August. In Lettland verbrachten wir allerdings nur eine Nacht und keine 24 Stunden. Ebenso war es mit Litauen. Uns fehlte einfach die Zeit, um uns dort länger aufzuhalten, was sehr schade war, denn auch wenn wir nicht viel von diesen Ländern sahen, so waren sie doch sehr schön. Wir mussten aber weiter und so fanden wir uns recht schnell in Polen wieder. Aufgrund der Größe des Landes verbrachten wir dort mehr Zeit. Das Wetter spielte zum Glück weiterhin eine hervorragende Rolle in unserer Tour und wir hatten sommerliche Temperaturen. Nach einer Nacht auf einem Campingplatz an einem See und einer bei Danzig an der Weichsel fuhren wir zu der größten Wanderdüne an der pommernschen Ostsee. Hier konnten wir im Nationalpark spazieren gehen und mit etlichen anderen Touristen Wald, Dünen und Strand genießen. Die Nacht verbrachten wir an einer Picknickstelle an einem See.

Am nächsten Tag machten wir uns wieder zeitig auf den Weg. Es sollte über Usedom nach Deutschland gehen. Es war nicht mehr weit und so fuhren wir schon am frühen Nachmittag über die Grenze. Wir beschlossen uns eine 700 Jahre alte Eiche anzuschauen, die dort zu finden war. Ein sehr beeindruckender Baum, der inmitten von Feldern leicht erhöht stand. Aus Altersschwäche war aber schon fast die Hälfte abgebrochen.

Danach suchten wir uns einen Campingplatz und fanden einen etwas skurrilen in (Hunde-)Strandnähe. Es war nicht nur ein Campingplatz sondern gleichzeitig auch ein Autokino. Da wir so etwas noch nicht erlebt hatten, freuten wir uns schon gespannt auf „Annabell 3“, ein Horrorfilm, der am Abend laufen sollte. Auch wenn der Platz sonst nicht viel hergab, so war das doch ein Highlight, das wir nicht vergessen werden.

Den nächsten Morgen begannen wir mit einem Strandausflug und gemeinsamen Baden in der Ostsee. Es war schon vormittags sehr warm und sonnig. Dann mussten wir Usedom leider auch schon verlassen, denn ein paar Tage später sollten wir schon in Süddeutschland sein. Wir fuhren durch ein sehr heißes Deutschland. Es war über 30°C warm und die Sonne schien gnadenlos. Mit geöffneten Fenstern war es während der Fahrt zum Glück erträglich. Den nächsten nächtlichen Zwischenstopp legten wir südlich von Potsdam an einem See ein. Hier konnten wir nach der langen Fahrt ein kühles Bad genießen.

Am nächsten Tag schafften wir es bis nach Bayern und einem weiteren See auf einem schönen Campingplatz, am darauffolgenden dann zum Endziel Sinsheim. Dort trafen wir nachmittags ein und konnten so schon ein wenig Zeit mit Dominiks Bruder Bastian und seiner Frau Nicole verbringen, für deren Hochzeitsfeier zwei Tage später wir angereist waren. Hier entstand auch dieses Foto von einem Rotmilan, das wir euch nicht vorenthalten möchten, da es so schön gelungen ist.

In Sinsheim gab es auch mitten in der Stadt einen günstigen Stellplatz, auf dem wir uns für zwei Nächte einquartierten. Nach den langen Fahrten der vergangenen Woche verbrachten wir den nächsten Tag mit ein wenig Shopping (die Innenstadt war ja direkt da), typisch schwäbischem Essen (Maultaschen und Spätzle) und Faulenzen. Gestärkt und erholt davon konnten wir am Tag danach tatkräftig beim Aufbau der Feier helfen. Auf einer Wiese einer Jugendherberge sollte gefeiert werden und nachdem die dort frei laufenden Gänse und Laufenten weggesperrt waren, konnten wir Tische decken, Lampions aufhängen und den Pool aufbauen, den Bunji direkt als erstes testete. Am frühen Nachmittag begann dann die Feier mit einem Besuch bei Lamas, die dort in der Nähe gehalten wurden und mit denen wir eigentlich spazieren gehen sollten. Nun war es für die Tiere aber zu warm und wir beließen es bei füttern und fotografieren. Danach wurde gegrillt und langsam die richtige Feier eingeläutet, die sehr schön war. Danke, Basti und Nicole!

Nach einem gemeinsamen Frühstück am nächsten morgen war noch eine Kanutour geplant. Da wir mit Bunji noch nicht die besten Erfahrungen hatten, es aber weiterhin üben wollten, bot es sich an, diese auch mitzumachen. So schnappten wir uns ein Kanu und paddelten los. Kaum losgefahren war der Hund aber schon im Wasser. An sich klappte der Ausflug auch ganz gut, auch wenn Bunji einige Male das Kanu verließ, dann aber auch wieder ins Kanu klettern konnte. Zwar waren wir danach so nass, als wären wir gekentert, aber das machte bei dem sommerlichen Wetter nichts aus.

Da es für die Familie noch eine gesonderte Feier zwei Wochen später in Mannheim gab, machte es für uns keinen Sinn, jetzt schon in den Norden zu fahren und so beschlossen wir kurzerhand Georges und Carmen, die wir in Schweden trafen, in ihrem Heimatland der Schweiz zu besuchen und auf der Fahrt dahin mehr von Deutschland zu sehen. Doch zunächst hatten wir zwei andere Probleme. Das eine war sehr klein und süß. Wir hatten aufgrund einiger Hinterlassenschaften entdeckt, dass sich eine Maus genauso wohl in unserem Bus zu fühlen schien wie wir. Doch da sie sich auch in unserer Verkabelung aufhielt, mussten wir sie irgendwie fangen und aussetzen. So steuerten wir einen Baumarkt an und besorgten eine Lebendfalle, die wir auslegen wollten. Das zweite Problem war unsere angehäufte Wäsche. Trotz intensiver Suche fanden wir keinen Waschsalon und so kehrten wir auf einem Campingplatz im Schwarzwald ein. Abends stellten wir unsere Falle auf und hörten auch schon die Maus durch den Bus trippeln. (Wie wir die Maus vorher nicht bemerken konnten ist uns immer noch schleierhaft. Auch Bunji schien sie nicht bemerkt zu haben.) Am nächsten Morgen hatte sie das Stück Schokolade in die Falle gelockt und wir konnten sie im Schwarzwald aussetzen.

Nachdem Piepsi nun wieder in Freiheit war, kümmerten wir uns den restlichen Tag um die Wäsche. Das Wetter war zwar immer noch gut, aber nun wurde es deutlich kälter. Nach einer weiteren Nacht auf dem Campingplatz fuhren wir weiter nach Blaubeuren. Dort wollten wir uns den Blautopf anschauen, den Mareike schon in ihrer Kindheit gesehen hatte und der ihr immer noch im Gedächtnis geblieben ist. Und nicht nur der Blautopf, sondern auch die Altstadt und das Kloster waren schön anzuschauen. Als Sahnehäubchen konnten wir dann auch noch eine Wasseramsel beim tauchen beobachten.

Die Nacht verbrachten wir auf einem Parkplatz etwas außerhalb am sogenannten „hohlen Fels“, den wir uns am nächsten Tag anschauten. Wie der Name schon vermuten lässt, befindet sich in dem Fels eine sehr hohe große Höhle. Wir haben es leider versäumt ein Bild von außen zu machen und auch von innen gibt es nur ein Handyfoto.

Der nächste Zwischenhalt sollte dann der Bodensee werden. Wir fuhren nach Lindau, um östlich vom See in die Schweiz zu fahren. Nun regnete es leider und die Temperaturen sanken merklich. Am nächsten Tag war es zum Glück wieder trocken und wir fuhren in die Nähe von Chur in Graubünden zu Carmen und Georges. Wir machten einen tollen Spaziergang am Rhein und aßen abends mit den beiden typisch schweizerisches Raclette – herrlich! Die Nacht durften wir auf dem Plantahof, einem landwirtschaftlichen Ausbildungszentrum, verbringen, auf dem Carmens Vater arbeitet. Ansonsten ist es relativ schwer in der Schweiz frei zu stehen. Tags drauf wollten uns Carmen und Georges Chur zeigen und so fuhren wir in die Stadt, schlenderten über den Markt und tranken Kaffee. Was in der Schweiz natürlich auch nicht fehlen darf ist eine Wanderung und so zeigten uns die beiden noch die Tamina-Schlucht. Zufällig war an diesem Tag „nationaler Wandertag“, sodass überall viele Leute unterwegs waren und in den Ortskernen volksfestähnliche Stimmung herrschte (worüber wir uns schon gewundert hatten, bis wir dann auf ein Plakat stießen). Zum Glück war in der Schlucht nicht so viel los wie befürchtet und wir hatten eine schöne Wanderung, die bis in eine engwandige Schlucht mit Thermalquelle führte. Hier nochmal ein ganz herzliches Dankeschön an Carmen und Georges für ihre großherzige Gastfreundschaft und das tolle Erlebnis!

Am nächsten Tag fuhren wir bei Dauerregen zurück nach Deutschland und mussten leider feststellen, dass es in der Nacht reingeregnet hatte. Unsere Dachluke scheint nicht ganz dicht gewesen zu sein und so bahnte sich das Wasser einen weg ins Innere. Ärgerlich, aber wir wollten dort sowieso gerne ein Fenster mit Ventilator für warme Tage haben. Auf dem Rückweg nach Deutschland wollten wir diesmal westlich vom Bodensee entlang. Bastian hatte uns den Mindelsee bei Radolfzell empfohlen und so steuerten wir dies als nächstes Ziel an. Da es am nächsten Morgen glücklicher Weise wieder trocken war, machten wir dort einen sehr schönen Spaziergang. Eisvögel, die man dort beobachten kann sahen wir zwar nicht, aber ein paar Ziegen, Libellen und Greifvögel.

Danach fuhren wir weiter und landeten im Schwarzwald bei Nagold und der Burgruine Hohennagold, die wir uns beim Licht der untergehenden Sonne angeschaut haben.

Mit ein paar Bildern, die Dominik während der Fahrt machen konnte, beenden wir hier erstmal den Blogeintrag, da er sonst zu lang werden würde. Der nächste folgt dann bald, denn wir haben noch ein wenig mehr von Deutschland gesehen.

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