Querbeet durch Schweden

Wir hatten wieder eine interessante Woche auf unserer Reise mit vielen Erlebnissen, die uns sicher in Erinnerung bleiben werden. Beginnen wir mit unserem Wochenende auf dem Bussfest in Norrfällsviken, eine feuchtfröhliche, kommunikative Angelegenheit. Am Freitag kam Bus für Bus an und wir staunten über die Fülle an alten, zum großen Teil sehr gut erhaltenen T1, T2 und T3’s sowie die vielen Nationalitäten (Schweizer, Deutsche, Finnen, Norweger und Schweden). Das Wetter spielte mit und nach anfänglichem Regen verzogen sich die meisten Wolken. Wir genossen das Ambiente, gingen mit Kirstin und Bernd (das deutsche Paar vom Vorabend) wieder geocachen, sodass wir nicht nur den Campingplatz sondern auch die wunderschöne Umgebung sahen.

Moosbewachsenes Geröll auf den Höga Kusten beim geocachen.

Abends saßen wir gemütlich beisammen, grillten und überlegten, ob die Veranstalter wohl den LT als neue Kategorie für den schönsten Bus aufnehmen würden, da unsere Siegchancen als einziger natürlich sehr hoch wären. Der nächste Tag auf dem Fest war programmreicher gestaltet. Wir konnten einen Quiz-Walk machen und unsere Favoriten für die schönsten Busse wählen. Auch sollte wir körperlich gefordert werden, denn Bernd meldete uns als Team für den so genannten Buss-Push, ein „Sprint“ über etwa 75m bei dem man einen T1 schieben muss. Mareike hatte dabei noch den entspanntesten Part, denn sie durfte im Bus lenken und am Ende abbremsen. Was für eine Erfahrung, mal in einem alten T1 gefahren zu sein! Kirstin, Bernd und Dominik schoben was das Zeug hielt, doch es reichte leider nicht für den Sieg. Um die Energiereserven wieder aufzufüllen war nun ein Longboard geplant. Auf dem Hauptweg zwischen allen Bullis stellte jeder seinen Tisch und seine Stühle auf und es wurde zusammen gegessen und getrunken. Eine lustige Angelegenheit, denn sobald jemand „Skål“ (deutsch: Prost) rief, stimmte jeder mit ein und hob sein Glas.

Das gesellige Beisammensein am Longboard.

Durch Kirstins Kontaktfreude trafen wir dann auf Viktoria und Daniel, einem jungen Paar aus Dortmund, deren Pläne sehr der unseren glichen. Mit der Ausnahme, dass ihre Tour schon im April mit England, Irland und Schottland los ging und sie vermutlich noch Russland auf dem Zettel haben, sind unsere Vorhaben ziemlich gleich. Schnell merkten wir, dass wir auf der gleichen Wellenlänge sind und quatschten bis in den späten Abend hinein. Bei der Siegerehrung am nächsten Tag gewannen wir leider keinen Preis für unseren Bus, denn scheinbar war die Kategorie „T6“ wichtiger als „LT“ – hier nochmal ein Danke an alle, die T6 durgestrichen, LT drübergeschrieben und für uns gestimmt haben! Mit einem Bus-Konvoi und gegrillten Würstchen ging dann das Bussfest zu Ende. Wir verabschiedeten uns von allen neuen Bekannten. Von Viktoria und Daniel konnten wir uns aber noch nicht trennen. Wir beschlossen die Nacht zusammen zu stehen und fuhren an einen schönen Badeplatz. Toll an Schweden sind nicht nur die an solchen Orten üblichen Plumsklos sondern auch Feuerstellen mit Holz, die man einfach nutzen kann. Wir suchten uns eine schöne Stelle am Strand, machten Feuer, grillten Würstchen, Köttbullar und Stockbrot und Daniel und Dominik unterhielten uns mit Gitarrenmusik (solange bis es regnete).

Mit Daniel und Viktoria am Lagerfeuer.

Der nächste Tag begann regnerisch und wir mussten planen, wie es weitergehen sollte. Wir wollten Richtung Nordschweden, hörten dann allerdings, dass es dort nur von Mücken wimmeln soll. Es sei wohl so schlimm, dass man während der Fahrt den Scheibenwischer brauch. So mussten wir umdenken und beschlossen, lieber an der norwegischer Küste Richtung Nordkap zu fahren. Da Viktoria und Daniel nach Trondheim wollen, um von dort den Olavsweg (ein norwegischer Pilgerpfad) nach Lillehammer zu begehen, und wir uns noch nicht satt hatten, planten wir eine weiter gemeinsame Etappe Richtung Norwegen. Nach einem kurzen Zwischenstopp im Fjällräven Outlet fuhren wir in die Nähe von Östersund an einen schönen Stellplatz an einem Fluss. Mit vielen Mücken teilten wir uns das tolle Panorama und Dominik versuchte zum ersten Mal sein Glück mit der Angel. Der Rest schmiss derweil den Grill an, der vergeblich auf einen frisch gefangenen Fisch wartete und so nur unser mitgebrachtes Fleisch garen durfte. Beim anschließenden Lagerfeuer stellten wir dann fest, dass es tatsächlich Viktoria war, die uns mit ihrem Kommentar auf Facebook zum Bussfest in Norrfällsviken lockte. Was für ein Zufall!

Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück trennten wir uns dann am nächsten morgen von Viktoria und Daniel. Ihren Blog Vagabulli.de werden wir natürlich verfolgen und uns sicher auch nochmal über den Weg laufen. Spätestens in Marokko treffen wir uns wieder! Für uns stand nun der Sonfjället Nationalpark auf der Agenda. Als wir abends in der Nähe ankamen, fanden wir einen schönen Stellplatz mit Blick auf den namensgebenden Berg Sånfjället. Da wir für die nächsten Tage die Grenzüberquerung nach Norwegen einplanten, suchten wir erstmal einen Tierarzt auf, da Bunji eine dokumentierte Wurmkur benötigt. Nachdem wir umgerechnet etwa 26€ dafür bezahlten, dass die Tierärztin zuschaute, wie wir Bunji unsere mitgebrachte Tablette gaben, fuhren wir in den höher gelegenen Nationalpark. Und dort passierte es tatsächlich: Wir sahen unseren ersten Elch! Leider posierte die Elchkuh nicht lange genug für ein Foto, sodass uns der Beweis fehlt. Bunji kann es aber bezeugen. Euphorisiert und in der Hoffnung noch einen Bären zu sehen, für die der Nationalpark bekannt ist, gingen wir wandern. Wandern ist momentan bei uns aber eher ein Spaziergang von maximal einer Stunde, da Bunji noch nicht in der körperlichen Verfassung für lange Märsche ist. Dennoch sind solche Ausflüge immer wieder schön.

Auf Wanderung im Sonfjället Nationalpark.

Auf dem Parkplatz stellten wir dann bei Bunji rote Punkte auf dem ganzen Bauch fest. Zum zweiten Mal an diesem Tag fuhren wir zum Tierarzt, der uns beruhigte, uns von den fiesen, kleinen, beißenden Insekten, die solche Stellen hinterlassen würden erzählte und ein Mückenspray für Hunde empfahl. Die Nacht verbrachten wir auf einem tollen Campingplatz (wieder am Fluss mit Blick auf den Sånfjället), der uns so gut gefiel, dass wir heute auch noch blieben und nochmal eine kleine Tour im Nationalpark machen konnten. Die Temperaturen sind auch wieder höher gestiegen, sodass wir gerade um die 20°C und Sonnenschein haben. In spätestens vier Tagen sind wir dann in Norwegen und haben tolle Eindrücke aus Schweden im Gepäck.

Unser Panorama auf den Sånfjället.

4 Kommentare zu „Querbeet durch Schweden

  1. Hey Ihr Drei!!
    Schön von Euch zu lesen. Wir wussten ja Bescheid, denn es ist Donnerstag 😛
    Sehr liebe Worte habt Ihr da für uns gefunden. Das können wir nur so zurückgeben ❤ Es war eine sehr coole Zeit mit Euch.
    Bei uns geht es übermorgen mit dem Zelt los, aber wir versuchen die vergangenen Tage mit Euch bis dahin auch noch in einem Blogeintrag zu verpacken.
    Eure Bilder sind sehr schön. Tatsächlich haben wir gestern auch unsere ersten Elche gesehen. Aber leider auch ohne Beweise, da wir auf der E14 mit Topspeed geradezu an ihnen vorbei gerauscht sind 😀
    LG und bis bald, wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen!

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  2. Hallo Ihr Weltenbummler,

    wir finden Eure Seite ganz toll. Auch Oma ist ganz begeistert. Wir sitzen hier im Garten und grillen mit Oma und genießen den Sonnenuntergang.

    Liebe Grüße
    Margit Oma und Dino

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