Von Gewässern und Bergen

Eine weitere Woche unserer fantastischen Reise ist vergangen. Fangen wir mit einem Querverweis auf unseren letzten Blog-Beitrag, bzw. dem letzten Bild in jenem an. Auf dem ist ein roter Feuerwehr-LT zu sehen, der uns natürlich neugierig machte. Der Kontakt war schnell hergestellt, denn Gero, Erik und June, die mit dem Wagen durch Skandinavien unterwegs waren, fuhren sich direkt in der feuchten Wiese fest. Trotz tatkräftiger Unterstützung nützte alles nichts und der Platzwart musste mit seinem geländegängigen Auto ein wenig nachhelfen. Nachdem der LT nun trockenen Fußes war, kamen wir ins Gespräch und wurden direkt zu einem Schlückchen Portwein zu späterer Stunde eingeladen. So eine Angelegenheit kommt natürlich nicht ohne Lagerfeuer und Stockbrot aus und so konnten wir auch die Mücken in Schach halten. Wir unterhielten uns bis in die Nacht und vor allem Dominiks Interesse war geweckt, denn Gero hatte viel Ahnung vom Angeln. Wen wundert es da, dass wir beschlossen noch einen Tag länger auf dem Campingplatz zu verbringen, damit die Jungs den ganzen Tag über angeln konnten. Dominik bekam viel Input zum Thema, aber Gero war an dem Tag der einzige, der einen Hecht an Land ziehen sollte, auch wenn Dominik und Erik beide auch kurz davor waren. Der Fisch wurde unter interessierten Blicken Dominiks auseinandergenommen, filetiert und zubereitet. Ein Festmahl!*

Am nächsten Tag sollte es für uns dann endlich nach Norwegen gehen. Nachdem wir uns verabschiedet hatten, fuhren wir guter Dinge los. Die Landschaft verwandelte sich und wir kamen (mal wieder) aus dem staunen nicht heraus. Als wir dann auf der Straße auf zwei Rentiere trafen, waren wir leider so verwundert und begeistert, dass wir ein Foto vergaßen. Bunji ist aber erneut Zeuge! Recht schnell war die norwegische Grenze erreicht und wir wollten Bunji gerade beim Zoll anmelden, als wir vor verschlossener Tür standen. Es war Samstag und der Grenzposten war übers ganze Wochenende nicht besetzt. Wir rechneten kurz nach und stellten erleichtert fest, dass Bunjis Wurmkur (die zeitlich begrenzt war) noch bis Montag um 11:50 Uhr anhielt. Glück gehabt! So war unser Aufenthalt in Norwegen an diesem Tag recht kurz, denn wir fuhren wieder zurück nach Schweden. Wir fanden einen tollen Platz direkt an einem Wasserfall, der uns schon auf der Hinfahrt aufgefallen war.

Der nächste und damit auch unser letzter Tag in Schweden war sehr kalt und windig. Aufgrund von vielen Besuchern am Wasserfall wechselten wir unseren Standort und stellten uns an einen See in der Nähe. Bunji störten die frischen Temperaturen nicht und ging munter baden, uns hielt es aber doch eher im Bus und so verbrachten wir den Tag vor allem schmökernd und machten Pläne für Norwegen. Am darauffolgenden Tag war es dann so weit. Früh standen wir auf, um auch auf eine mögliche Warteschlange beim Zoll vorbereitet zu sein. Dieses Bedenken war hinfällig, denn wir kamen sofort dran und nach einem kurzen Blick in den Pass und auf den Hund konnten wir weiterfahren. Inzwischen war es nicht nur kalt, sondern auch noch regnerisch geworden und so fuhren wir bei Dauerregen durch eine trotzdem überwältigende Landschaft. Wir planten einen Besuch des Dovrefjell Nationalparks und fanden einen Stellplatz an einem Fluss in der Nähe. Am nächsten Morgen weckte uns dann die Sonne. Es war Mareikes Geburtstag und das Wetter spielte mit. Bei herrlichem Sonnenschein und um die 17°C lud der Fluss uns mit seinem türkisblauem Wasser regelrecht zum Baden ein. Doch schnell stellten wir fest, dass das Wasser keine Badetemperatur hatte. Dominik wagte es trotzdem, Mareike nur halb. (Bunji später natürlich auch!) So kam es, dass wir zum ersten Mal unsere Solardusche, die wir in Schweden von Carmen und Georges geschenkt bekommen hatten, ausprobierten. Fazit: Für eine Katzenwäsche gut geeignet und besser als ein kaltes Bad im Fluss! Anschließend wollten wir am angrenzenden, bewaldeten Hang noch eine Runde mit Bunji laufen, wurden aber durch unwegsames Gelände eher zu einer Kletterpartie gezwungen. So beließen wir es bei einer kleinen abenteuerlichen Runde und genossen stattdessen noch die letzten Sonnenstrahlen des Tages.

Für den nächsten Tag hatten wir uns dann den Nationalpark vorgenommen, wo wir gerne Moschusochsen zu Gesicht bekommen wollten (nachdem es im Sonsfjället mit den Bären schon nicht geklappt hat). Über eine Schlucht gelangten wir ins innere des Parks, von wo es zu Fuß weiterging. Das ebene, hochgelegene Tal in dem wir standen, sah schon atemberaubend aus, doch wir wollten höher hinaus und das ganze auch von oben betrachten. So liefen wir etwa 1 1/2 Stunden bergauf und wurden belohnt. Nicht nur der Blick über Bergspitzen, Hänge und Täler war toll, sondern auch der Elch, der sich für ca. drei Sekunden im Dauerlauf über einer Bergkuppe zeigte und sofort wieder verschwand. Da Dominik aber in diesem Moment seine Kamera zur Hand hatte, können wir voller stolz ein Elchbild als Beweis zeigen.

Nach Moschusochsen haben wir aber leider vergeblich Ausschau gehalten. Man kann ja aber auch nicht alles haben. Dafür können wir aber wieder mit ein paar schönen Aufnahmen aus dem Nationalpark aufwarten.

Kaputt und zufrieden nächtigten wir mit herrlicher Aussicht auf den Nationalpark, ehe wir dann am heutigen Tag nach Trondheim und somit endlich zur Küste aufbrachen. Hier stehen wir jetzt auf einem Parkplatz in der Nähe eines Badesees und freuen uns, dass uns das Wetter (noch) nicht wieder im Stich gelassen hat.

*(Mareike isst keinen Fisch und hielt sich dezent im Hintergrund)

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