Sommer in Norwegen

Wir waren nun auf den Lofoten und das Wetter war regnerisch und bewölkt. So verbrachten wir den ersten Tag mit chillen und lesen im Bus, gingen nur mit dem Hund kurz die Gegend erkunden und schrieben unseren Blog und Postkarten.

Die nächsten Tage sollte das Wetter aber besser werden und auch die Wellenvorhersage zum Surfen lies sich gut. Wir hörten aus Deutschland, dass es dort eine Hitzewelle gibt und selbst der Norden Norwegens profitierte davon. Normalerweise liegt die Temperatur im Juli und August in dieser Gegend bei etwa 12°C, sodass wir uns doppelt über die angekündigten 25°C freuten. (Wir ignorieren mal die Tatsache, dass die böse globale Erwärmung und der Klimawandel dafür verantwortlich sind und wir es deswegen eher als besorgniserregend ansehen sollten.) Am folgenden Tag war es trocken und wir machten uns auf den Weg zum auserkorenen Surfspot nach Unstad. Die Landschaft war zwar noch etwas wolkenverhangen (im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Wolken auf den Lofoten hingen sehr tief und verdeckten den Blick auf die Hänge und Berge an denen wir vorbeifuhren), dennoch begriffen wir, warum solche Orte die Fantasie zu Trollen und dergleichen mystischen Geschöpfen anregen. In den vielen Fjorden erblickten wir zudem öfters Strände, die ein so klares Wasser und so hellen Sand hatten, dass man meinen könnte, man sei in der Karibik, auch wenn die Wasser- und Lufttemperatur dem wiedersprachen. Am Ziel angekommen fanden wir eine Bucht vor, die auch ebenso einen Strand hatte und von Schafwiesen gesäumt war. Das Gelände war für die Surfer mit ihren Campingbussen ausgerichtet, sodass wir uns dort auch mit unserem Gefährt hinstellen konnten. Die Sonne kam dann auch endlich heraus und die Wolken lichteten sich langsam, sodass wir uns auf die nächsten Tage freuten.

Mit dem nächsten Tag kam auch ein wenig Welle und die Sonne in ihrer vollen Kraft auf die Lofoten. So konnten wir endlich mal wieder kurze Kleidung tragen und begannen den Tag mit dem neuen, von Kirstin und Bernd angeregten Hobby, dem Geocaching. Wir suchten nach zwei Geochaches in der Nähe und mussten feststellen, dass das Klettern über Steine in der Mittagssonne doch sehr anstrengend ist. Das Ergebnis war, dass wir einen fanden und beim zweiten aufgaben. Dafür konnten wir den Tag faulenzend in der Sonne verbringen und Dominik versuchte sich mit unserem Softboard in den Wellen. Mit einem Besuch von einem Schaf (das leider nicht mit Bunji spielen wollte, sich aber sehr neugierig an ihn ran wagte) und später am Abend (eher Nacht; ca. 23:30) mit einem schönen Sonnenuntergang endete unser Tag.

Am nächsten Morgen sprang Dominik noch vor dem Frühstück in die Wellen. Sie waren zwar nicht so groß wie erhofft, aber um ein bisschen Spaß zu haben, reichte es. Die Sonne verwöhnte uns weiterhin, wobei der Wind ein wenig zunahm. Gute Bedingungen für eine kleine Wanderung, dachten wir uns, schnappten uns Bunji und marschierten los. Wir fanden einen sehr schönen kleinen Gebirgsbach und gingen an ihm entlang den Hang hinauf. Die Aussicht auf die Bucht war wunderschön und der Bach idyllisch.

Während Dominik danach nochmal surfen war, bemerkte Mareike einen großen Vogel am Himmel. Mit großer Zuversicht, dass es sich tatsächlich um einen dort heimischen Seeadler handelt, holte sie die Kamera heraus, bekam es mit dem schweren Objektiv und dem kleiner werdenden Vogel leider nicht hin, ein Foto zu machen. Später dann, als Dominik wieder da war, zeigte er sich zum Glück erneut und mit dem Geschick eines Profis gelang es Dominik das Beweisfoto zu machen. Es ist tatsächlich ein Adler gewesen!

Nach einem weiteren schönen Sonnenuntergang und einer Nacht am Surfspot fuhren wir weiter. Wir wollten noch mehr von den Lofoten sehen, doch irgendwie ließen wir die Lofoten schneller hinter uns als gedacht, sodass wir nach einer Weile feststellen mussten, dass wir schon an den Trollfjorden, die wir sehen wollten, vorbeigefahren waren. Wir stellten uns für die Nacht auf einen ehemaligen Campingplatz, wo wir am nächsten Tag einen schönen Spaziergang machten und dabei unseren zweiten Geocache suchten und fanden. Geocaching ist wirklich eine tolle Möglichkeit die nähere Umgebung zu erkunden und macht Spaziergänge und Wanderungen noch ein bisschen spannender. Dominik und Bunji badeten sogar in einem Bach, der Mareike aber zu kalt war. Frohen Mutes machten wir uns wieder auf den Weg. Zu unserer Beschämung müssen wir an dieser Stelle zugeben, dass wir uns auf unserem Laptop gerne Netflix-Serien vorladen, um sie abends zu gucken und da wir lange keinen W-Lan-Zugang hatten und alle Folgen geschaut hatten, suchten wir uns ein Netzwerk, dass wir benutzen konnten. (In Norwegen ist freies W-Lan relativ verbreitet) Wir fanden einen Rastplatz mit Restaurant, das ebensolches hatte und setzten uns mit einem Kaffee und dem Laptop hinein. Dann hieß es warten… und wir warteten… und es dauerte sehr lange. Wir bemerkten, dass wir auch auf dem Parkplatz im Bus noch Zugang hatten und verbrachten sage und schreibe 4 Stunden damit den Laptop und den Ladebalken zu beobachten, zwischendurch immer mal wieder durch Fehlermeldungen und Neustarts der Downloads unterbrochen. Das Ergebnis war ernüchternd, denn wir hatten es in der Zeit leider nur auf eine heruntergeladene Folge gebracht. Beschämt mussten wir uns eingestehen, dass dieser Aufwand und diese Zeitverschwendung für das mediale Vergnügen eigentlich nicht gerechtfertig sind. Ein wenig zerknirscht zogen wir weiter und suchten uns eine Stelle zum nächtigen, denn es war schon spät geworden.
Mit dem Plan einen Campingplatz aufzusuchen, fuhren wir am folgenden Morgen weiter. In unserer Stellplatz-App fanden wir einen Platz, der vielversprechend aussah. Die Landschaft durch die wir fuhren war wieder atemberaubend. Wir fuhren durch eine bergige Landschaft mit vielen Wasserfällen und tollen Ebenen und wurden bei der Ankunft unseres auserkorenen Campingplatzes nicht enttäuscht. Auf einem Hof mit angrenzendem Wald und schneebedeckten Bergen hat die Inhaberin ein sehr idyllisches Plätzchen liebevoll hergerichtet. Die ganze Anlage war sehr heimelig und sauber und so fühlten wir uns direkt wohl. Der nächste Tag brachte wieder fantastisches Wetter, sodass es uns zu schade war, weiterzufahren. Wir wuschen Wäsche und genossen die Ruhe des abgeschiedenen Ortes. Wir haben auch irgendwie das Zeitgefühl verloren, denn zu spät bemerkten wir, dass es ja eigentlich wieder Zeit für einen Blog war, sodass dieser hier einen Tag später als gewohnt kommt. Heute scheint wieder die Sonne von einem strahlend blauen Himmel und wir überlegen noch einen weiteren Tag zu bleiben, auch wenn es sicher langsam an der Zeit ist, dem Nordkap einen Besuch abzustatten. Nächste Woche werden wir hoffentlich von dort berichten können.

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