Von Finnland ins Baltikum

Leider haben wir es letzte Woche nicht geschafft, unseren Blog zu aktualisieren. Nun holen wir das nach und haben einiges zu berichten. Wir waren also auf einem Campingplatz an der Ostsee und verbrachten einen entspannten Abend dort. Nachts wird es endlich wieder richtig dunkel und nach langer Zeit konnten wir mal wieder Sterne sehen.

Am nächsten Tag fuhren wir weiter die Küste entlang und hielten zwischendurch für einen Spaziergang in einem Wald-Dünen-Sumpf-Gebiet. Die Landschaft war sehr schön, allerdings mussten wir diese Tour abbrechen, da wir sonst von Mücken aufgefressen zu werden drohten. An einer kleinen Badestelle fanden wir einen Platz zum Übernachten und fuhren am daurauffolgenden Tag weiter südlich. Wir hatten uns als nächstes Ziel die Kvarken um Vaasa herum (das finnische Pendant zu den schwedischen Höga Kusten) ausgesucht. Unser Stellplatz für die nächsten beiden Nächte war an einem Strand gelegen mit flachen Sandbänken, weiten Heideflächen und einigen Bäumen. Es war warm und sonnig und wir beschlossen ein wenig zu entschleunigen. Es war wenig los und so konnten wir mit Bunji im Sand und Wasser nach herzenslust toben. Der nächste Tag war wechselhafter, aber dennoch größtenteils trocken und sonnig und so verbrachten wir diesen Tag auch noch entspannt dort. Tags drauf mussten wir dann aber mal wieder weiter und fuhren Richtung Helsinki. Wir entschlossen uns für die Inland-Route und wurden nicht enttäuscht. Es wurde ein wenig hügeliger, aber die landwirtschaftlich geprägte Gegend war sehr idyllisch. Die Nacht verbrachten wir an einem schönen See. Das Wetter wurde leider etwas schlechter und wir mussten mit Schauern und Wind vorlieb nehmen. Am nächsten Tag erreichten wir das Umland von Helsinki, begleitet von einer schweren Gewitterfront. An unserem auserwählten Stellplatz auf einem kommunalen, kostenlosen Campingplatz kam dann aber zum Glück die Sonne wieder heraus. Ärgerlicher Weise hatten wir lange nicht mehr genug Strom über unsere Solarpanele bekommen und so kam es, dass wir nachts von einem Signal geweckt wurde, mit dem wir darauf hingewiesen wurden, dass unsere Batterien leer waren. Im Halbschlaf klemmte Dominik die Batterien ab, zog Sicherungen raus und wir hatten wieder Ruhe. Am nächsten Morgen schien zu unserer Erleichterung die Sonne und wir konnten den Kühlschrank wieder anstellen. Das Wetter war zwar immer noch wechselhaft, aber die Sonne reichte aus, um uns über die Runden zu bringen. Den Tag verbrachten wir damit, das Areal zu erkunden, zu lesen und die Ruhe zu genießen.

Helsinki stand für den nächsten Tag auf dem Plan, doch erstmal mussten wir mal wieder gründlich sauber machen. Mit einem Hund, der gerne badet und sich danach ausgiebig im Sand suhlt, wird es immer schnell dreckig in unserem kleinen Heim. Nachmittags kamen wir dann endlich los und steuerten das Science Centre (Heureka) in Helsinki an. Da Hunde dort nicht erlaubt sind, ging Dominik alleine hinein und kam begeistert wieder. Vor allem das Planetarium hatte es ihm angetan. Wir fanden mitten in Helsinki einen Stellplatz, der direkt am Wasser lag und einen tollen Ausblick auf die Stadt bot. So waren wir zwar mittendrin, aber dennoch vor Lärm geschützt. Neben einem öffentlichen Sportplatz gab es auch einen Kletterpark, den Mareike am nächsten Tag ausprobierte. Da Bunji nicht klettern kann und Dominik ein wenig Höhenangst hat, blieben die beiden auf dem Boden. Nach zwei Stunden kam Mareike kaputt, aber zufrieden zurück. Der Kletterpark bot sehr abwechslungreiche Routen von einfach bis schwer und ist damit sehr zu empfehlen. Da es sehr warm und sonnig war, ging Mareike beim öffentlichen Sportplatz kalt duschen, bevor wir den Plan, noch am selben Tag nach Tallinn überzusetzen, realisierten. Wir gönnten uns für die Fährfahrt eine eigene Kabine, in die wir Bunji mitnehmen konnten, denn wir wollten ihn nicht in einen Käfig stecken. So hatten wir zusätzlich auch noch die Möglichkeit warm zu duschen und die zwei Stunden Überfahrt vergingen schnell. Eigenlich hatten wir dort auch auf das angepriesene W-Lan für die Hochladung eines Blogs gehofft, aber der Empfang war nicht ausreichend. Abends in Tallinn stellten wir uns auf einen Parkplatz am Rand der Stadt. Am nächsten Tag brauchten wir aufgrund mangelnder Versorgungsstationen in Finnland und Estland einen Campingplatz. Unser Abwasser war voll und Frischwasser leer. So fanden wir über unsere App den bisher schönsten aller Campingplätze. Der Eigentümer hatte in seinem großen Garten eine Anlage errichtet, die schöner nicht sein konnte. Es gab einen Schwimmteich mit Brücken und Badestellen, kleine Holzhäuschen, einen großen See mit Bootsanleger und sämtliche eigene Holzskulpturen (mit Blick auf eine in den Bäumen hängende Hexe, erklärte er uns bei unserer Führung durch das Areal, diese würde er Schwiegermutter nennen). Wir fühlten uns sehr wohl, was sicherlich auch am Wetter lag, denn es war sonnig und warm. Bisher zeigte sich Estland von seiner schönsten Seite.

Leider konnten wir dort nur eine Nacht verbringen, denn am folgenden Tag waren wir verabredet, aber dazu später. Zunächst fuhren wir am nächsten Morgen in den nahegelegenen Nationalpark. Mit der Wahl unseres Ausangspunktes waren wir aber im Endeffekt nicht zufrieden, denn außer einem kurzen, netten Spaziergang mit Bunji, gab es nicht viel zu sehen.

Abends waren wir dann in der Nähe von Tallinn bei der estnischen Frau (Karin) eines Bekannten (Basti) von Dominik zum Barbecue eingeladen. Basti weilte derzeit leider in Deutschland und konnte uns mit seiner Anwesenheit nicht beehren. Dennoch verbrachten wir einen sehr schönen Abend mit grenzenloser Gastfreundschaft Karins in deren Garten. Bunji konnte mit ihrer Tochter und sämtlichen Nachbarskindern im Garten toben und wir Erwachsenen unterhielten uns lange und bekamen Tipps für unseren Estland-Aufenthalt aus erster Hand. Wir schliefen auf der Auffahrt (in unserem Bus natürlich) und machten uns am nächsten Tag auf den Weg nach Hiiumaa, eine Insel, die laut Karin wunderschön sei. Dort gäbe es auch das „Surfers Paradise“, ein Surfspot am westlichen Zipfel der Insel. Wir vermuteten jedoch, dass dies eher das Revier von Wind- und Kitesurfern war, denn die Ostsee ist nicht bekannt für große Wellen. Und so war es dann auch, auch wenn es sicher nicht unmöglich gewesen wäre, diese Wellen zu surfen. Wir hatten einen tollen Platz direkt am Meer und kurz nachdem wir abends ankamen, schloss Bunji auch schon Freundschaft mit einer korpulenten Hundedame, die dort anscheinend frei herumlief. Wir verbrachten zwei Nächte dort und genossen die Ruhe und Abgeschiedenheit (viele Menschen trafen wir nicht), ehe wir uns dann wieder auf den Weg machten.

Nun sind wir seit gestern Lettland, bleiben allerdings nicht lange, da wir so langsam Zeitdruck bekommen und noch 2.000 km vor uns haben. Heute Abend werden wir vermutlich schon in Litauen sein.

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